Foto: Reinhard Buday
Ein Leben
für die Kunst
„Privat gesammelt – immer wieder öffentlich präsentiert."
Josef Gegenhuber, geboren 1947 in Steyr, war viele Jahre Direktor im Außendienst der Generali-Gruppe — ein Quereinsteiger in die Kunstwelt, kein Kunsthistoriker oder Galerist von Beruf. Seit über 55 Jahren widmet er sich der österreichischen Kunst: er sammelt, fördert junge Künstlerinnen und Künstler und vernetzt die Szene.
Vom Antiquitätensammler zum Kunstsammler
Begonnen hat alles aus reinem Platzmangel — mit einer Antiquitäten-Sammlung. Irgendwann riet ihm seine Frau, „auf etwas Anderes, Kleineres umzusteigen". 1981 der erste Ankauf bildender Kunst: „Schiedsrichter in Strafraum" von Fritz Aigner, dem „Rembrandt von Linz". Es folgte eine Phase mit Werken der Wiener Schule des Phantastischen Realismus — „erschwinglich, ansprechend und für viele Menschen der erste Berührungspunkt mit Kunst", wie er es beschreibt. Später kamen die großen Namen der österreichischen Gegenwartskunst dazu.
Der bisher letzte Ankauf: „Hieronimus" von Siegfried Anzinger (2026) — ein Bogen, der sich über 45 Jahre spannt.
„Das Bild muss eine aussagekräftige Wirkung haben. Mich faszinieren besonders Farbe und Form."
Sammeln aus Leidenschaft
„Ich sammle nur das, was mir gefällt. Ich habe noch nie mit einem Kunstwerk spekuliert. Wenn die Werke eine Wertsteigerung erfahren, freut mich das natürlich."
Sein Auge entscheidet über einen Erwerb, nicht der Markt. „Entweder ein Bild packt mich, oder es packt mich nicht" — ein Prinzip, dem er seit über fünf Jahrzehnten treu bleibt.
Nachwuchs im Blick
Viele der heute anerkannten Namen der österreichischen Gegenwartskunst hat Josef Gegenhuber entdeckt, bevor sie berühmt wurden. Der persönliche Kontakt zu den Künstlerinnen und Künstlern ist ihm dabei wichtiger als jede Kunstgeschichte aus zweiter Hand.
„Der Dialog mit den Kunstschaffenden und die besondere Atmosphäre in den Ateliers fördern den Zugang zum Werk. Gelernt habe ich am meisten von den Künstlern selbst. Zu jedem Bild kann ich auch eine Geschichte erzählen."
Erfahrung, die er gerne teilt
Wer sich für Kunst als Wertanlage interessiert, findet in Josef Gegenhuber einen erfahrenen Gesprächspartner. Er selbst sammelt, wie er sagt, „nur was mir gefällt" — sein eigenes Sammeln war nie spekulativ. Doch seine über 55-jährige Erfahrung gibt er gerne weiter: welche Künstlerinnen und Künstler gerade Aufmerksamkeit verdienen, welche Werke an Bedeutung gewinnen könnten. Kein Handel, kein Geschäft — ein offenes Ohr für alle, die sich für Kunst interessieren.
Ausgezeichnet für sein Engagement
- 2015Goldene Medaille des Landes Niederösterreich — für seine Verdienste als Kunstsammler und -vermittler.
- 2012„Moskar" (Mostviertler Oscar) — Würdigung für die Vermittlung zeitgenössischer Kunst.
Ein Zuhause
für die Sammlung
Seit Jahren sucht Josef Gegenhuber einen geeigneten Ort für eine ständige Präsentation seiner Sammlung im Großraum Steyr — mehrere hundert Quadratmeter, damit die rund 3.000 Werke einen Platz finden, der ihnen gerecht wird. Bisher ist dieser Wunsch nicht erfüllt.
„Die Auseinandersetzung mit meiner Sammlung ist mir eine tägliche Freude."
Ein Salon
für den Dialog
„Ich bin ein leidenschaftlicher Mensch. Ich sammle Kunst, die mir Freude bereitet und Spaß macht."
Das ist das Credo von Josef Gegenhuber, der seit fast fünf Jahrzehnten zeitgenössische Kunst sammelt. Er zeigt eine große Offenheit für die „Neuen Wilden" und fördert immer auch den Nachwuchs. Immer wieder stellt er Teile seiner Sammlung in breit angelegten Präsentationen aus und widmet sich auch der Kunstvermittlung. Vor kurzem eröffnete er einen kleinen, feinen Kunstsalon, wo aktuelle Themen zur Kunst zur Diskussion gestellt werden.
„Wir müssen nachdenken über die Rolle des Kunstsammelns in einer Zeit voller kultureller, ökonomischer und ökologischer Herausforderungen, die aber auch voll neuer Chancen ist."
Im Austausch mit
der Kunstszene
Sind Sie Künstlerin oder Künstler, Sammlerin oder Sammler, oder an einem fachlichen Austausch interessiert? Josef Gegenhuber freut sich über den Dialog.
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